Ortsgruppe Saarbrücken

Keine zusätzliche Fahrspur am Ludwigskreisel für den Autoverkehr !

Nachtrag 09. August 21: Nach einem Brief an unseren OB, den er auch beantwortet hat, versuchen wir nun eine Besprechung mit ihm und dem Bau- und Verkehrsdezernenten (eventuell als Videokonferenz) zu erreichen. Interessierte Anlieger und Bürger, die hier teilnehmen wollen, melden sich bitte bei uns per Mail: bundsb@magenta.de

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Gemeinsam mit ADFC, VCD, Fridays und Parents for Future und dem Radelkollektiv veranstalteten wir eine Demo  mit mehreren Verbänden am Ludwigskreisel in Saarbrücken für mehr Verkehrssicherheit für Fussgänger und Radfahrer.

Geplant ist dort eine neue vierte Fahrspur für PKW und LKW wegen zuviel PKW/LKW-Verkehr an dieser Stelle und dadurch täglichen Staus.
Neue Fahrspuren wegen eines steigenden Verkehrsaufkommens halten wir für grundfalsch. Stattdessen müssen die Alternativen zu PKW und LKW gefördert werden.

Unser Positionspapier dazu : Ludwigskreisel Saarbrücken

Vertreter der o.g. Gruppen waren daher am Freitag, 07.05.21 von 17.00 bis 17.30 Uhr an drei Standplätzen rund um den Verkehrs-Kreisel mit Bannern, Plakaten und Fahnen vertreten, um gegen den zusätzlichen Platz und das Bauen einer neuen Fahrspur für Autos / LKWs in unserer von Verkehr bereits jetzt überlasteten Stadt Saarbrücken zu demonstrieren.

Begründet wird die o.g. Baumaßnahme mit dem zunehmenden Pendlerverkehr nach Saarbrücken aufgrund des Gewerbegebietes Eurobahnhof und der Möglichkeit einer besseren Erreichbarkeit mit dem PKW, obwohl das Gebiet (der Name sagt es bereits) zentral am Hauptbahnhof Saarbrücken liegt mit seinem hervorragenden ÖPNV-Angebot des saarländischen Nah- und Fernverkehrs. 
Dies gilt es aus unserer Sicht zu verbessern, insbesondere für Pendler, anstatt täglichen Staus mit noch mehr Straßenangeboten und Fahrspuren zu begegnen.

Maßnahmen:

Am Ludwigskreisel selbst fordern wir eine Modifizierung der bestehenden Baupläne, um die Nutzung für Fußgänger-, Radfahrer- und ÖPNV-Nutzer*Innen im Sinne einer Verkehrswende, des Klimaschutzes
und der Sicherheit der dortigen Schulwege zu erreichen.

Leider hat die Stadt Saarbrücken es versäumt, Ihre Bauplanung in einem ordentlichen allgemeinen Bürger- / Anwohner-Beteiligungsprozess
vorzustellen, noch wurden hier im Vorfeld die Umwelt- und Verkehrsverbände als Träger öffentlicher Belange
(wie es zum Beispiel bei Bebauungsplanverfahren üblich ist) angefragt mit der Möglichkeit schriftlicher Stellungnahmen
und auch nicht im Vorfeld informiert und mit einbezogen.

Beide Beteiligungs-Möglichkeiten forderten wir in einem Modifizierungsverfahren nachzuholen im Sinne einer Verkehrs-Entlastung,
die nachhaltig und zukunftweisend ist und mehr Sicherheit und Mobilitätsmöglichkeiten für alle Verkehrsteilnehmer am Ludwigskreisel schafft.

Stadt im Stau - BUND Saarbrücken fordert neue Mobilitätsangebote für eine lebenswerte Stadt

Der BUND Saarbrücken fordert die Stadt Saarbrücken auf, die Mobilität in der Stadt endlich neu zu denken und den gesamten Verkehr in der Stadt sicherer und stressfreier zu machen.

Saarbrücken als von Autos und Lkws stark frequentierte Stadt ist mit dem täglichen Verkehrsaufkommen an der absoluten Belastungsgrenze – und das auf Kosten der Umwelt und der Sicherheit. Es fehlen sichere Radwege, eigene durchgängige Busspuren und sichere Fußgängerüberwege an Ampeln, bei denen der motorisierte Verkehr eine getrennte Grünphase zu den Fußgängern erhält, damit Fußgänger bei Ihrer Grünphase nicht vom gleichzeitig anrollenden Verkehr in Gefahr gebracht werden.

„Mit dem beginnenden Frühjahr wird die Zahl der Radfahrer*innen, Rollerfahrer*innen, Skater*innen und spielender Kinder auf den Wegen und Straßen in Saarbrücken wieder sprunghaft zunehmen – und die Sicherheits- und Umweltprobleme sind dieselben wie im letzten Jahr“, so Ronald Maltha vom BUND Saarbrücken.

Der BUND fordert insbesondere den Stadtrat und die OB-Kandidat*innen im Kommunalwahlkampf auf, die vielfältigen Maßnahmen im Verkehrsentwicklungsplan beherzt und schnell anzugehen. „Auch wenn hier als Zeitkorridor das Jahr 2030 genannt wird, kann das keine Entschuldigung dafür sein, jetzt erst mal alles nur punktuell umzusetzen, wie zum Beispiel ein roter Radstreifen an der Wilhelm-Heinrich-Brücke, eine Radspur auf der Fahrbahn an der Heringsmühle, die nach 100 m endet oder einer jetzt im Januar beschlossenen Verkehrsinsel in der Hohenzollernstrasse statt einer Fahrradstraße“, so Maltha.

Rund um den Hauptbahnhof gibt es gar keine Radwege, obwohl hier täglich hunderte Radfahrer durchfahren bzw. auf Busse und Bahnen umsteigen.

„Ziel muss es sein, dass auch Kinder und alte Menschen so sicher wie möglich mit Bus, Bahn, zu Fuß und mit dem Fahrrad in Saarbrücken unterwegs sein können und sich der ÖPNV und das Fahrrad als erste Wahl der Mobilität in Saarbrücken anbieten. Dabei sind zum Beispiel Fahrradstraßen in vielen Städten üblich – nur bisher nicht in Saarbrücken“, so Maltha. Das bestehende kostenfreie Lastenrad-Miet-Angebot in Saarbrücken-Innenstadt sollte auf alle Stadtteile ausgedehnt werden.  

Für den weiter zunehmenden LKW-und Paketdienst-Verkehr muss es sichere und flexible Zustellungswege geben wie zum Beispiel in Nürnberg. Dort werden Lieferungen von zwei großen Paketdiensten in der Innenstadt auf eigenen Radspuren oder Fahrradstraßen mit Lastenrädern durchgeführt. Das geht schneller, einfacher und ist natürlich stressfreier für die Fahrer, als die ständige Suche nach geeigneten Haltepunkten für das Zustellfahrzeug.

Der Freistaat Bayern unterstützte die wissenschaftliche Begleitung des Projekts mit 153.000 Euro. Weitere finanzielle Mittel in Höhe von jeweils 8.500 Euro stellte die IHK Nürnberg für Mittelfranken und die Stadt Nürnberg zur Verfügung. Das Nürnberger Pilotprojekt gewann im Dezember 2018 den Bundeswettbewerb „Nachhaltige Urbane Logistik“.

Für die über 100.000 PKW-Pendler pro Tag nach Saarbrücken sollen laut BUND kostenfreie Parkplätze an den Haupteinfallstraßen nach Saarbrücken geschaffen werden mit direkten maximal 10-minütigen Umsteigemöglichkeiten in einen modernen ÖPNV, anstatt jeden Morgen die letzten Kilometer zum Arbeitsplatz im Stau zu stehen.

Um seinen Forderungen nach einer umweltgerechten und stressfreien Mobilität in der Stadt Nachdruck zu verleihen, hat der BUND einen Fragebogen für die OB-Kandidaten zur Kommunalwahl entwickelt, der ab sofort auf der Homepage des Umweltverbandes unter saarbruecken.bund.net steht und mit den Antworten der OB-Kandidat*innen für Saarbrücken ergänzt wird, sobald diese bei uns vorliegen.

Zu unserer Kommunalwahlseite

BUND und breites Verbände-Bündnis demonstrierten mit über 500 Radlerinnen und Radlern "Für ein besseres Fahrrad-Klima"

Foto: Werner Ried, VCD

Am Samstag, den 16. Juni, dem Tag der Verkehrssicherheit, protestierten Bürgerinnen und Bürger zusammen mit BUND und weiteren Verbänden für eine sichere Mobilität und die Förderung des sanften Verkehrs.

Unter dem Motto "Für ein besseres Fahrradklima" hatte der BUND zu Sternfahrten nach Saarbrücken und einer Demofahrt durch die Stadt aufgerufen.

Der Anlass ist sehr ernst:

Im vergangenen Jahr starben im Saarland 44 Menschen bei Verkehrsunfällen, darunter 11 Fußgänger und 3 Radler. Das Saarland liegt mit 4,4 Toten pro 100.000 deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 3,9 Toten. Täglich sterben rund neun Menschen auf deutschen Straßen. Jahr für Jahr werden circa 400.000 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt. 

Im Saarland fordert daher der BUND in einem breiten Bündnis von Verbänden (ADFC, VCD, Energiewende Saar, NABU, Naturfreunde, NES, Transition Saarbrücken) ein besseres Fahrradklima und nachhaltige Maßnahmen für die Verkehrswende und die Sicherheit auf saarländischen Straßen. 

Gerade der Alltagsradverkehr und die Sicherheit im Straßenraum bieten erhebliches Verbesserungspotenzial: Die saarländische Verkehrspolitik ist nach wie vor autofixiert mit Rekordzahlen bei  Motorisierungsrate mit 741 Fahrzeugen / 1000 Einwohner (Bund: 673) und Fahrzeugdichte; in den Städten fehlt eine sichere und attraktive Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrende. 

Für das Saarland fordern wir eine deutliche Verbesserung für das Alltagsradeln mit schnellen Vorrang-Radwegen in den Siedlungsachsen, z. B. dem Kaiserradweg zwischen Homburg und Saarbrücken, sichere und überdachte Radabstellanlagen an allen Bahnhöfen und öffentlichen Einrichtungen insbesondere Bildungs- und Sportstätten, Tempo 30 innerorts und eine Straßenraum-Gestaltung mit Radwegen/Schutzstreifen.