Ortsgruppe Saarbrücken

Gefahren durch Silvesterböller in Saarbrücken

Nach Köln, Berlin und vielen anderen Städten muss auch Saarbrücken zum Jahreswechsel 2020/2021 handeln

Seit Jahrzehnten ist es eine Tradition, das neue Jahr mit einem großen, bunten und vor allem lauten Feuerwerk zu begrüßen.

Lärm und Feuerwerk gehörte zwar schon immer zu Silvester, ist aber inzwischen zu einem zunehmend großen Problem für Menschen, Tiere und Umwelt geworden.

Dies gilt insbesondere auch für die Landeshauptstadt Saarbrücken, die teilweise durch gesundheitsgefährdende Lärmbelastungen und einen massiven Verkehr vorbelastet ist und das nahezu rund um die Uhr.

Etliche Städte in Deutschland haben bereits zum Jahreswechsel 2019/2020 auf die zunehmenden Gefahren, zu denen immer wieder auch Brände mit teils tragischen Folgen gehören, reagiert und entsprechende Verordnungen für Plätze und Strassen mit Verboten von Feuerwerk und Böller beschlossen.

Saarbrücken reagierte bisher nicht.

In jeder Silvesternacht kommt es zu gesundheitlichen Gefahren sowie Umweltbelastungen, vor allem durch individuelles Fehlverhalten, Leichtsinn und fehlende Kenntnisse im Umgang mit Sprengstoff, denn weder das Gefahrenbewusstsein noch eine Ausbildung oder Vorkehrungen zum Löschen von Bränden sind bei den meisten privaten Nutzern vorhanden, im Gegensatz zu professionellen Feuerwerkern.

Mit dem Zünden kompletter automatisch abbrennender Böller- und Feuerwerks-Batterien von bis zu mehreren hundert Einzelschlägen haben auch die Mengen an Feuerwerken in den letzten Jahren erheblich zugenommen.

Der BUND Saarbrücken fordert daher von der Stadt Lösungen für den Jahreswechsel 2020/2021 und eine Eindämmung bzw. punktuelle Verbote von Feuerwerk in Abstimmung mit Rettungsdiensten, Polizei, Ordnungsamt, ZKE und Umweltverbänden, z.B. in Form eines runden Tisches bei dem die Erfahrungen der vergangenen Jahre eingebracht und miteinander ein zukunftsfähiges Konzept erstellt werden sollte, denn ein „weiter so“ ist aus den o.g. Gründen für Tiere, Mensch und Umwelt unzumutbar.

„Nicht nur Großstädte wie Köln und Berlin haben in der Silvesternacht 2019/2020 erfolgreich auf die zunehmenden Gefahren und Belastungen durch Lärm, Feuer und Rauch reagiert, sondern auch kleinere Städte wie Mayen in der Vordereifel, wo aus Brandschutzgründen die Stadt ein Feuerwerks- und Böllerverbot an Silvester und Neujahr für die Innenstadt erlassen hat. Verstöße werden dort als Ordnungswidrigkeit ab sofort mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet. Auch andere Städte haben aus Sicherheitsgründen reagiert und Verbotszonen eingerichtet. Saarbrücken sollte sich daher mit dem Thema befassen und für zum nächsten Jahreswechsel Lösungen erarbeiten, wie es andere Kommunen bereits getan und damit in diesem Jahr bereits gute Erfahrungen gemacht haben“, so Ronald Maltha, Sprecher des BUND Saarbrücken.

Die Gründe für ein Verbot sind auch in Saarbrücken vielfältig:

Die Umwelt in der Stadt wird zu Silvester immens belastet: zum Einen durch den zurückbleibenden Müll, zum Anderen wegen des Rauchs und Feinstaubs.

An keinem Tag im Jahr ist die Feinstaubbelastung in Saarbrücken höher als zu Silvester. Zum Jahreswechsel 2019/2020 wurden in einigen Bereichen Saarbrückens bis zum 10-fachen des Normalwertes gemessen.

Der Feuerwerksrauch enthält meist gesundheitsschädigende Stoffe wie Schwermetalle, die Atemwegserkrankungen und sogar Krebs auslösen können.

Haustiere und Wildtiere verfügen über ein wesentlich empfindlicheres Gehör als der Mensch und sind daher vom Anstieg des Neujahrslärms besonders betroffen. Dutzende starke Detonationen können ihren Orientierungssinn beeinträchtigen oder sogar Schockzustände auslösen, wie zum Beispiel bei Katzen und Hunden.

Und schliesslich kostet der zurückbleibende Müll, von abgebranntem Feuerwerk, Böllerresten und auf den Gehwegen, Plätzen und Parks zurückgelassene Verpackungen die Stadt Saarbrücken über viele Tage Extra-Entsorgungskosten und aufwendige Reinigungsarbeiten. Nicht gezündete Böller und Raketen stellen zudem eine dauerhafte Gefahr, besonders für Kinder, dar.

Die abgebrannten Feuerwerksreste enthalten neben Papier, Pappe und Kunststoff auch diverse Chemikalien, die mit dem Schmelz- oder Regenwasser in die Kanalisation gespült werden und Boden und Grundwasser verschmutzen. Viele giftige Feuerwerksreste landen nach ihrem Abfeuern auch direkt in der Saar und ihren Uferbepflanzungen.

Rund die Hälfte der hierzulande verschossenen Feuerwerkskörper wird aus China importiert, wo Menschen in vielen Fabriken unter schlechten gesundheitlichen und sozialen Bedingungen arbeiten müssen. Der lange Transportweg sorgt zudem für einen großen ökologischen Fußabdruck, der vermeidbar wäre.

Der BUND empfiehlt deshalb: Verzichten Sie freiwillig und bewusst auf Böller, Feuerwerk, Wunderkerzen und auch auf Bleigießen. Denn neben Feuerwerken werden auch bei Wunderkerzen und Bleigiessen toxische Stoffe frei, die gesundheitsschädigende Wirkungen haben.

Schützen Sie Ihre eigene und die Gesundheit Ihrer Mitmenschen und aller (Haus)Tiere. Silvester ist ein Anlass, um sich positive Dinge für die Zukunft vorzunehmen. Eine Verminderung der Gefahren und Belastungen durch Böller und Feuerwerke wäre ein erster guter Vorsatz, den man 2020 in einem breiten Bündnis umsetzen könnte.

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