Ortsgruppe Saarbrücken

KLIMASCHUTZ

Informieren und beteiligen Sie sich am globalen Klimastreik. Hier finden Sie zahlreiche Veranstaltungen deutschlandweit direkt vor Ort und virtuell (Stand 07.03.2021):

116 Aktionen in ganz Deutschland direkt vor Ort auf

klima-streik.org

 

Und hier geht's zu den Online-Vorträgen und - Diskussionen:

10. März 2021 - "Was essen wir in Zukunft?" - Zoom-Konferenz

12. März 2021 | Vortrag - So viel du brauchst! Klimagerecht zum guten Leben für alle - online

16. März 2021 Wohnzimmergespräch - Der Modalsplit als ein Indikator für Fortschritte in der Umsetzung der Verkehrswen1deZoom-Konferenz

18. - 21. März 2021 | Vortrag - „Nahverkehr neu denken! Zukunft & Finanzierung nachhaltiger Mobilität nach Corona."- online

 

 

 

 

 

 

 

BUND Saarbrücken fordert mehr Nachhaltigkeit

In Saarbrücken und im gesamten Saarland gewinnt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung. Dies zeigt auch die kürzliche Berufung des neuen Klimaschutzkooordinators, Nicola Saccà im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr.

Der BUND verknüpft diesen Schritt mit konkreten Forderungen zum Beispiel nach einer generellen Photovoltaik-Pflicht für Neubauten aller Art, ob gewerblich oder privat. „Photovolatik als Energieträger ist nicht nur bis auf die Herstellung komplett CO2-frei, sondern auch als Technologie ausgereift und effizient, so dass sie auch in unseren Breitengraden wirtschaftlich zu betreiben ist. Das Beispiel der Stadt Wien, daß solche Beschlüsse realitätsnah, klimaschonend und zudem wirtschaftlich sind“, so Karsten Bach vom BUND Saarbrücken.

Der BUND fordert daher die Landesentwicklungsgesellschaft als Bauträgerin auf, künftig alle öffentlich neu zu errichtenden und zu sanierenden Gebäude darauf hin zu prüfen, ob nicht PV-Anlagen zur Vermeidung von CO2-Emissionen eingesetzt werden können. Beispielsweise sollte das Bauvorhaben „ULANEN-QUARTIER“ in Saarbrücken (Bauherr Ministerium des Inneren) konsequent auf Photovoltaik zur Beheizung, Beleuchtung und allgemeinen Energienutzung ausgerichtet werden.

Auch für private Investoren ist Photovoltaik durchaus wirtschaftlich. Angesichts der neuen CO2-Emissionsabgabe für fossile Brennstoffe und fossil erzeugten Strom, spielen erneuerbare Energien eine zunehmende Rolle für die kommenden Jahre auch in finanzieller Hinsicht. „Wir begrüßen diesen finanziellen Anreiz zum Einsatz von erneuerbaren Energien auch im Privatsektor für Heizungsanlagen und Brauchwassererwärmung,“ ergänzt Ronald Maltha vom BUND Saarbrücken.

„Ähnlich wie bei der E-Mobilität ist diese Entwicklung nicht nur vorteilhaft für den Klimaschutz, sondern auch für die Arbeitsplätze in unserer Region“.

Beratung zu PV-Anlagen und deren Realisierung bieten öffentliche Stellen wie die ARGE SOLAR, aber auch die Arbeitskammer des Saarlandes, die Verbraucherzenttralen sowie viele Handwerksbetriebe und Installationsbetriebe.

 

Zum internationalen Erdüberlastungstag am 22.08.: Veranstaltung in Gersweiler zur Rettung der Wälder in Saarbrücken

In diesen Wochen erleben wir wieder hautnah, wie ernst die Lage in Sachen Klimaerwärmung mittlerweile ist. Trockenheit und hohe Temperaturen setzen unserem Wald mehr und mehr zu. Dabei erfüllt Wald eine der wichtigsten Funktionen zum Leben. Waldflächen sorgen für die notwendige Abkühlung und Frischluft in unseren Städten. Aber der Wald ist bedroht – nicht nur durch den Klimawandel, sondern auch direkt durch mehrere geplante Bauplanungen in Saarbrücken, bei denen Wald und waldähnliche Grünflächen, wie in Gersweiler, in Malstatt, in Scheidt, in Dudweiler und an der Universität weichen sollen, mittlerweile über 12 Hektar.

„Eines ist klar“, so Ronald Maltha vom BUND Saarbrücken, „wir leben über unsere Verhältnisse, unsere Ressourcen sind endlich und am 22.08. wird daher international der Erdüberlastungstag erreicht, der Tag an dem alle natürlichen Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht sind. Das gilt für den Wald, für die CO-2 Kompensation der Meere und den Verbrauch von Flächen durch den Menschen.“

Daher laden die Bürgerinitiative Pro Wald Gersweiler und der BUND Saarbrücken alle Interessierten (insbesondere Familien mit ihren Kindern, um deren Zukunft es letztlich in ganz Saarbrücken geht) zu einem großen Aktionstag zur Rettung des Waldes ein. Beginn ist am Samstag den 22.08.2020 ab 14.00 Uhr auf dem Zimmerplatz in Gersweiler (Navigation: "Am Zimmerplatz 1 - Saarbrücken)

„Der Aktionstag ist insbesondere als ein deutliches Signal an den Stadtrat gedacht, der an diesem Donnerstag in einer Sondersitzung über eine weiter Bauplanung zu Lasten der Natur und der Gesundheit der Bevölkerung entscheiden möchte. Zu den genannten Massnahmen soll jetzt noch eine weitere Grünfläche auf dem ZKE-Gelände in Gersweiler bebaut werden, obwohl es in Saarbrücken Industriebrachen sowie aktuell 1267 Baulücken in der Stadt gibt. Darüberhinaus stehen 61,5 ha Reserveflächen als Wohn- und Mischgebiete zur Verfügung, auf denen bislang jedoch kein rechtskräftiger Bebauungsplan entwickelt wurde.

Die Organisatoren des Aktionstages finden daher: es reicht. Die Baupolitik in Saarbrücken ist jetzt bereits ein Raubbau an der Natur. Ein weiterer Baubeschluss auf einer Grünfläche statt einer vorhandenen Industriebrache im Rahmen einer Sondersitzung kurz vor dem internationalen Erdüberlastungstag ist hier ein völlig falsches Signal. Stattdessen wäre eine Sondersitzung für eine andere Baupolitik sowie wirksame Klimaschutz-, Aufforstungs- und Waldunterstützungsmassnahmen in Saarbrücken notwendig“, so die Organisatoren von Pro Wald und BUND.

Trotz Ihrer Empörung, legen die Organisatoren großen Wert auf sachliche Informationen : So findet um 14.00 Uhr als besonderes Highlight eine Führung durch den Wald mit dem renommierten Waldpädagogen Guido Geisen unter Corona-Hygiene-Regeln statt und der BUND wird über nachhaltige ökologische Alternativen zu den bestehenden Bauplänen der Stadt Saarbrücken informieren. Dazu wird es vor Ort Infomaterialien der Bundesregierung und des BUND Bundesverbandes geben.

Weitere Mitmach-Aktionen für Kinder sowie ein Infostand der BI Pro Wald und eine Mahnwache für die Zukunft unserer Wälder und des Klimas in Saarbrücken um 17.00 Uhr runden den Aktionstag ab.

„Wir wollen an diesem Tag Alternativen zur Wald- und Baupolitik aufzeigen und Verantwortung wahrnehmen. Bauen ja – aber mit Weitsicht für Klimaschutz und Flächeneinsparung. Wir wollen Arbeitsplätze, die auch langfristig unser Klima nicht belasten und eine Verkehrspolitik, die auf Parkplätze verzichtet und stattdessen Mobilitätsangebote schafft, die unser Klima und unsere Ressourcen nicht weiter belasten getreu dem Motto des Kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast“, so das Motto von BI und des BUND Saarbrücken.

 

Weitere Infos unter:

facebook.com/Bürgerinitiative-Pro-Wald

und

www.saarbruecken.bund.net

1 Jahr folgenloser Klimanotstand in Saarbrücken

Sofortmaßnahmen möglich - Klimaschutzkonzept muss die Wende bringen

Am 18. Juni 2019 rief der Stadtrat der Landeshauptstadt Saarbrücken den Klimanotstand für die Landeshauptstadt aus – nach einem Jahr stellt der BUND Saarbrücken eine ernüchternde Bilanz der bisherigen Klimaschutzmaßnahmen fest. „Im Prinzip war es bisher ein folgenloser Beschluss - viel Wille - wenig Konkretes und bis heute weitgehend ohne konkrete Maßnahmen – insgesamt ein verlorenes Jahr für den Klimaschutz“ stellt Ronald Maltha, Sprecher des BUND Saarbrücken fest.

Energiesektor

Bei der Photovoltaik beispielsweise waren nach den aktuellen Zahlen zum 03.03.2020 auf Dächern und Freiflächen in Saarbrücken rund 1.700 Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von 27 Megawattpeak (MWp) in Betrieb. Bei durchschnittlicher Sonneneinstrahlung reicht damit die in Saarbrücken produzierte Strommenge gerade einmal aus, um etwa 2,0 % des Saarbrücker Stromverbrauches zu decken. „Während die grün-schwarze Regierungskoalition in Baden-Württemberg landesweit eine Photovoltaik-Pflicht für alle neuen Nicht-Wohngebäude ab dem Jahr 2022 eingeführt hat, gibt bis heute in Saarbrücken trotz Klimanotstand noch nicht einmal einen Stadtratsantrag dazu“ so Maltha.

Dabei wäre Photovoltaik die beste Maßnahme, um in der Landeshauptstadt Strom aus Kohle und Gas zu ersetzen. Seit 2017 wurden allerdings keine neuen Anlagen auf öffentlichen Gebäuden des Gebäudemanagementbetriebes der Landeshauptstadt Saarbrücken (GMS) installiert.

 

Verkehr

PKW

Im Verkehrsbereich hat sich nahezu nichts getan: die von Umwelt- und Bürgerverbänden seit Jahren geforderte Aufwertung der Innenstadt zum Lebensraum für Alle, statt der Beibehaltung einer autogerechten Infrastruktur, wird bis heute nicht ernsthaft angegangen.

Das Saarland mit dem Hotspot Saarbrücken - und täglich 70 000 Einpendlern - belegt laut Kraftfahrtbundesamt beim PKW-Bestand pro 1000 Einwohner bundesweit Platz 2. Der Radverkehrsanteil liegt dagegen bei nur 2% landesweit und 4% aktuell in Saarbrücken.

Radverkehr

Aufgrund der Corona-Pandemie und der Ansteckungsgefahren wollen deutlich mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sein. Auch in Saarbrücken gibt es einen Boom bei Fahrradhändlern. Viele Städte in Deutschland haben darauf reagiert und inzwischen zusätzliche Radwege mit Absperranlagen angelegt, insbesondere auf mehrspurigen Straßen. Die Erfahrungen mit der gestiegenen Radmobilität sind inzwischen derart positiv, dass viele der neuen provisorisch markierten Radspuren auch dauerhaft erhalten bleiben sollen.

In Saarbrücken setzt man dagegen weiter voll auf den PKW-Verkehr, ignoriert den Bedarf nach zusätzlichem Platz für Radfahrer und verteidigt damit seine bundesweit hohe Position als Autostadt, so der BUND. Auch Radschnellwege und dauerhaft neue Fahrradwege lassen weiter auf sich warten. Bisher ist die Chance vertan, die veränderte Mobilität der Menschen mit einer Anpassung und Verbesserung beim Fuß- und Radverkehr zu entsprechen.

Sichere Fußgängerwege / Sichere Schulwege statt autogerechter Planung

Auch Fußgänger haben an den Kreuzungen weiterhin zeitgleich mit LKWs, Bussen und PKWs eine Grünphase. Eine besonders gefährliche Situation für Senioren, mobilitätseingeschränkte Mitbürger, Nicht-Ortskundige und Kinder. Sicherer macht das die Straße für Fußgänger nicht. Dabei wäre die Lösung so einfach. Länder wie Spanien oder Dänemark verwenden seit Jahren sogenannte Countdown-Ampeln, die runterzählen, wie lange die Ampel noch grün ist. Und auch in einer deutschen Stadt gibt es eine Alternative. In Düsseldorf leuchten Ampeln für Fußgänger nicht nur Rot und Grün sondern auch Gelb. So wissen Fußgänger, wann sie die Straße bequem überqueren können - und wann es knapp wird.

Gerade Kinder sind bei den jetzigen Saarbrücker Ampelschaltungen besonders gefährdet. Viele Eltern in Saarbrücken fahren daher ihre Kinder schon seit langem mit dem eigenen PKW zur Schule, statt sie solch gefährlichen Kreuzungen und Schulwegen auszusetzen. Dafür wurden in der Vergangenheit kurzfristige Elternparkplätze vor den Saarbrücker Schulen eingerichtet. Sinnvoller wären sichere Rad- und Fusswege zu den Schulen Der BUND hat dazu ein Programm "Zu Fuß zur Kita und zur Schule" aufgelegt.

Innerstädtische Autobahn

Die innerstädtische Autobahn ist eines der größten Umweltprobleme Saarbrückens. Die seit Jahren geforderte Lärmschutzwand entlang der A 620 im Innenstadtbereich, die im Wahlkampf von OB Conradt noch vehement und publikumswirksam gefordert wurde, versandet derzeit in einem innerbehördlichen Arbeitskreis, ohne dass die geforderte Mitarbeit und Einbeziehung von Umweltverbänden realisiert wird. Eine weitere Geschwindigkeits-, Lärm- und Emissionsreduzierung ist auf der innerstädtischen Autobahn daher bisher nicht umgesetzt.

Bauen und Wohnen

Seit der Verkündung des Klimanotstandes vor 1 Jahr wurden mehrere neue Bauprojekte in der Stadt Saarbrücken mit Waldrodungen mit in der Summe weit über 10 ha vorangetrieben, obwohl Kompensationsmaßnahmen, wie zum Beispiel Wiederaufforstungen in Saarbrücken in diesem Umfang nicht möglich sein werden.

Wald- und Grünlandverluste

„Der Ausgleich für die Wald- und Grünlandverluste in Saarbrücken findet zum Teil im nördlichen Saarland statt oder wird durch Naturschutzprojekte weit außerhalb Saarbrückens kompensiert. Diese Maßnahmen helfen den Bürgern von Saarbrücken allerdings nicht bei der Bewältigung von zunehmender Hitze in der Stadt und den Folgen für den Wasserhaushalt“, so Maltha.

Statt Waldrodungen gelte es Kaltluftschneisen zu erhalten. Die Stadtpolitik handelt und beschließt bei Baumaßnahmen weiterhin gegen ihren selbst festgestellten Klimanotstand, wenn sie bei neuen Vorhaben wie in Dudweiler-Süd wertvolle Wald- und Wiesenflächen als Bauland beplant, die eben genau diese Kaltluftschneisen darstellen. Bis zu 40 Wohnhäuser sollen dort „Im Kesselgrund“ demnächst gebaut werden, obwohl Saarbrücken Flächen in Form von Baulücken und Leerständen zur Verfügung hat.

Baulücken und Leerstände transparent machen

Eine entsprechende Übersicht im Internet mit aktuellen Baulücken und Leerständen von Saarbrücken fehlt komplett. Andere Kommunen wie Stuttgart haben diesen bundesweit abrufbaren Service im Internet seit Jahren auf ihren Websites.

 

Fazit

Nach Auffassung des BUND Saarbrücken kann die Stadtpolitik in Zeiten des Klimanotstandes so nicht weiter agieren. Das reale Handeln steht den beschlossenen Zielen des Klimaschutzes konträr entgegen. Der BUND wendet sich gegen diese Politik des einfachen „Weiter so“.

 

Lichtblick Klimaschutzkonzept

Ein Lichtblick ist der Start des neuen Klimaschutzkonzeptes für Saarbrücken am 01.04.2020.

Hier soll in einem zweijährigen Prozess ein Klimaschutzplan für Saarbrücken erstellt werden. Der BUND Saarbrücken fordert den Stadtrat mit der neuen schwarz-grünen Verwaltungsspitze auf, die Chance zur Wende zu nutzen und bereits die Erstellung des Konzeptes mit einem aktiven, nachhaltigen Dialog über zukünftige Klimaschutzmaßnahmen mit den Bürgerinnen und Bürgern von Saarbrücken zu verbinden.

"Erste Ideen und Massnahmen könnten bereits in der zweijährigen Aufstellungsphase umgesetzt werden, zum Beispiel, neue Radspuren, mehr Sicherheit und attraktivere Wege für Fußgänger, sichere Schulwege mit Rad und zu Fuß, die Planung und Inbetriebnahme neuer Photovoltaikanlagen und ein Baulücken- und Leerstandskataster mit dem Ziel einer konsequent nachhaltigen Baulandentwicklung ohne weiteren Waldverlust. Die Erstellung und vor allem die Umsetzung eines Klimaschutzkonzeptes kann jetzt tatsächlich noch die Wende zur klimafreundlichen Stadt bringen", so Ronald Maltha.